Wir haben eine Geschichte
... und die beginnt mit diesem Bild. Ein offenes Buch in den Händen einer Frau - daraus Rosen blühen. Es ist Hildegard, die Tochter König Ludwigs des Deutschen, der das Fraumünster baute. Ihr gegenüber auf der anderen Seite des Portals, ihre Schwester Bertha.

... Sie begrüssten die Frauen, die von der Limmatseite her ins Chor des Fraumünsters  strömten, wo von 1984 bis 1989 an jedem letzten Sonntagabend im Monat Frauengottesdienste gefeiert wurden.  Deshalb wurden sie mit Rosen und grünen Ranken geschmückt


Frauen feierten im Fraumünster die ersten Frauengottesdienste im Rahmen der Disputation 1984, in der die reformierte Kirche zu Zwinglis 500. Geburtstag ihr Volk befragte - was  an und in ihr anders, neu, zeitgemässer werden sollte.  Die Arbeitsgruppe FrauSein und Kirche leistete ganze Arbeit: Sie befasste sich mit neuen Gottesdienstformen, verlangte nach anderen Liedern, einer frauengerechten Sprache und las die Bibel mit den Augen der Frau - auf der Suche nach anderen als männlichen Gottesbildern und den unsichtbaren Frauen in den altbekannten Geschichten.

Von Anfang an gehörten katholische Frauen, vereinzelt Jüdinnen und Frauen, die keiner Kirche mehr angehörten mit zur Oekumenischen Frauenbewegung - einer der Gründe, warum die Frauen 1989 das Gastrecht im Fraumünster entzogen wurde. Frauen Feiern seither in anderen, reformierten und katholischen Kirchen der Stadt Zürich, seit 1998 in der St. Anna-Kapelle, wenige Schritte von der  Bahnhofstrasse entfernt.


Andere Aktivitäten wuchsen daraus hervor:

Seit 1985 jedes Jahr ein FrauenKirchentag
oder eine FrauenKirchennacht zu feministisch-theologischen, spirituellen oder gesellschaftspolitischen Themen.
Je am letzten Sonntag im Monat, 20.00 Uhr: Frauengottesdienst in der Stadt Zürich. 2004 "Frauen feiern in St. Anne", 2005 in der Krypta Liebfrauen-Kirche.



Wechselnde Projektgruppen - Spiritualität, Meditation, Feministische Theologie, Gesang und Sakraler Tanz einerseits, frauen- und gesellschaftspolitisches Engagement wie Frau + Arbeit andererseits.

1989 konstituierte sich die  Zürcher Frauenbewegung als Verein mit einem Vorstand von 7 - 9 Frauen, darunter einer  Quästorin, aber ohne Präsidentin.

1991, im Vorfeld der 10. AHV-Revision, lancierte sie die Petition an die eidgenössischen Räte: Gerechtigkeit für Frauen im Alter.

Seit 1991 werden jeweils im Mai in verschiedenen Gemeinden des Kantons  Regionale Frauengottesdienste zu einem gemeinsamen Thema gefeiert, deren Texte als Gottesdiensthefte erhältlich sind.

1992 versuchte sie mit einer kirchlichen Volksinitiative (der ersten überhaupt!) die kirchliche Doppelmitgliedschaft einzuführen (brachte aber die erforderlichen Unterschriften nicht zusammen und  reichte sie als Petition an beide Kirchenparlamente ein). Sie bewirkte am Bettag 1997 einen Hirtenbrief von Weihbischof Henrici und KRP R. Reich: Empfehlung der Eucharistischen Gastfreundschaft in den kath. und ref. Kirchen des Kantons Zürich.

1994 tagte als 10. FrauenKirchentag die 1. Zürcher FrauenSynode im Rathaus Zürich Wo ein Wille ist, da ist ein Weg zum Thema Gleichstellung im Sektor Arbeit - 1995 gefolgt von der 1. Schweizer FrauenSynode in St. Gallen und 1996 der 1. Europäischen Frauen-Synode in Gmunden/A. Die Frauenkirchen-Synode Schweiz führt den synodalen Prozess bis zur 2. Frauensynode vom 28. Oktober 2000 weiter.

1995/6: Entfesselter Markt und schlanke Betriebe. Studie zur Deregulierung und ihrer Auswirkungen auf Frauen. ("Frau+Arbeit" / Irène Meier). Mitarbeit an der 1. Schweizer und Europ. FrauenSynode "Arbeitszeiterhebung Frauen zählen - zählt eure Arbeit!" mit dem Ziel, die bezahlte und die unbezahlte Arbeit sichtbar zu machen, zu monetarisieren und in der VGR (Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung) auszuweisen (S. Kramer / Ingeborg Schultz).

1996 Hausarbeit soll in der Volkszählung 2000 erstmals erhoben werden. Beteiligt an der Vorbereitung der Schweiz. Frauensynode 2000 (weiterhin Thema: Frau und Arbeit).

1997/8 Unterstützung der eidg. Volksinitiative GeGAV (Gesellschaft für gerechte Arbeitsverteilung) (Unterschriftensammlung sistiert).

1998 Mitinitiantin des Vereins "IG FrauenKirchen Schweiz" (gegründet am 8. März 1998, Ende Jahr 14 Mitgliedorganisationen).

1998/9 Mitherausgabe des Zürcher Frauen-Kirchenkalenders (gratis bei der kirchl. Frauenstelle, Hirschengraben 7, 8001 Zürich).

1999 Umfrage über Erwartungen und Engagement der Mitglieder / Versandempfängerinnen (Kürzung der Finanzbeiträge der Kirchen). Bedürfnis klar ausgewiesen, Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit abnehmend. Zahlen der Mitglieder und Versandempfängerinnen konstant.

Reisen:

Seit 1999: Reisen zur "Spirituellen Dimension der Kunst" (Toscana; Niki de SaintPhalle, Côte d'Azur, etc.)